Warum zahlen Haushalte einen stabilen Preis,
wenn der Börsenstrompreis täglich schwankt?
Wir zeigen, was Versorger lieber verbergen.
Strom wird an der Börse täglich gehandelt — der Preis kann zwischen unter 0 ct/kWh (Überschuss aus Wind/Solar) und über 30 ct/kWh (Spitzenlastzeiten) schwanken.
Doch der Haushaltsstrompreis bleibt stabil: ~32 ct/kWh im Jahr 2025. Denn rund 60 % des Preises sind staatlich festgelegte Fixanteile — Netzentgelt, EEG-Umlage, Steuern und Abgaben.
Den Rest bestimmen Versorger — und sie geben Kostensenkungen nur verzögert weiter. Das Bundeskartellamt beobachtet diesen Markt seit Jahren kritisch.
Börsenstrompreis & Rohöl vs. Haushaltsstrompreis — Daten live von SMARD & Yahoo Finance
Der Börsenstrompreis (SMARD/EEX, Tagesauflösung) schwankt täglich stark — beeinflusst durch Windkraft, Gas- und Kohlepreise sowie internationale Rohstoffmärkte. Der Haushaltsstrompreis bleibt hingegen für Monate stabil. Dieser Unterschied ist kein Zufall, sondern Systemdesign.
Drei Gründe, warum Versorger Börsenschwankungen nicht 1:1 weitergeben
Stromversorger kaufen einen Großteil ihrer Energie Monate oder Jahre im Voraus über sogenannte Terminkontrakte ab. Das schützt vor Extrempreisen — bedeutet aber auch, dass Preissenkungen an der Börse erst verzögert ankommen, wenn alte Verträge auslaufen und neue zu günstigeren Konditionen abgeschlossen werden.
Rund 60–65 % des Haushaltsstrompreises sind staatlich reguliert: Netzentgelte, Stromsteuer, Mehrwertsteuer, Konzessionsabgaben und früher die EEG-Umlage. Diese Fixanteile ändern sich kaum, egal wie stark der Börsenstrompreis schwankt — und begrenzen automatisch, wie weit der Endpreis fallen kann.
Versorger geben Kostensenkungen verzögert weiter — Kostensteigerungen hingegen schnell. Das Bundeskartellamt hat dieses asymmetrische Muster (ähnlich dem „Rockets & Feathers"-Effekt bei Kraftstoffpreisen) dokumentiert. Hohe Anbieterwechselhürden und mangelnder Wettbewerb verstärken diesen Effekt.
Tagesaktuell · Fixpreise inkl. Bonus · Für 3.200 kWh/Jahr · Stand: –